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Muss man KI bei KDP für Übersetzungen angeben?

Bei der Veröffentlichung fragt KDP, ob Ihr Buch KI-generierte Inhalte enthält. Für Übersetzungen ist die Antwort nicht immer offensichtlich. Dieser Beitrag erklärt, wie wir die Regel verstehen, wo sie unklar bleibt und warum die offizielle KDP-Seite das letzte Wort hat.

Aktualisiert am 15. Oktober 2026

Wichtig vorab: Das ist keine Rechtsberatung

Dieser Beitrag gibt unser Verständnis der KDP-Regeln mit Stand 15.10.2026 wieder. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt nicht den Wortlaut der Richtlinien. KDP kann die Formulierungen ändern, und Quellen im Netz widersprechen sich teilweise, vor allem beim Mischfall (siehe unten). Lesen Sie vor der Veröffentlichung die aktuelle Hilfeseite von KDP zu KI-generierten Inhalten und halten Sie sich an deren Wortlaut. Bei Zweifeln hilft eine schriftliche Anfrage an den KDP-Support, die Sie aufbewahren.

Wo die Angabe gemacht wird

Beim Anlegen eines Titels fragt KDP im Bereich „Inhalt“, ob das Buch KI-generierte Texte, Bilder oder Übersetzungen enthält. Die Angabe ist Pflicht, sie gilt für Taschenbuch, Hardcover und E-Book gleichermaßen und muss bei jedem neuen Titel gemacht werden, also auch bei der übersetzten Ausgabe eines Buches, das Sie schon veröffentlicht haben. Die Übersetzung ist ein eigener Titel, der seine eigene Angabe braucht.

KI-generiert oder KI-gestützt: die Unterscheidung von KDP

KDP trennt nach unserem Verständnis zwei Fälle:

  • KI-generiert: Text, Bilder oder Übersetzungen, die ein KI-Werkzeug erzeugt hat. Das gilt auch dann, wenn Sie das Ergebnis anschließend bearbeitet haben.
  • KI-gestützt: Sie haben den Inhalt selbst geschaffen und die KI nur zum Verbessern oder Prüfen genutzt, etwa für Rechtschreibvorschläge oder Ideen. Das müssen Sie nicht angeben.
Die Grenze zwischen beiden beschreibt KDP in seiner Hilfe ausführlicher. Prüfen Sie dort den aktuellen Wortlaut, bevor Sie sich entscheiden.

Was das für Übersetzungen bedeutet

Nach unserem Verständnis folgt daraus:

  • Eine Übersetzung, die ein KI-Werkzeug erzeugt hat, gehört zu den KI-generierten Inhalten und wird bei der Veröffentlichung angegeben. Das betrifft auch KI-Übersetzungen von Librolingua und anderen Diensten. Ihr Originaltext, den Sie selbst geschrieben haben, bleibt Ihr Werk. Die Angabe bezieht sich auf den übersetzten Text.
  • Eine Übersetzung, die ein Mensch angefertigt hat, wird nicht als KI-generiert angegeben. Nutzt der Übersetzer nur Hilfsmittel wie Wörterbücher oder Rechtschreibprüfung, bleibt sie eine menschliche Arbeit.
Bei Kindle Translate, Amazons eigenem Dienst, trägt die übersetzte Ausgabe außerdem einen für Leser sichtbaren Hinweis (siehe unseren Überblick zu Kindle Translate).

Der Mischfall: KI-Übersetzung, menschlich überarbeitet

Schwieriger wird es, wenn eine KI die erste Fassung liefert und eine Person sie überarbeitet, etwa ein Lektor oder Sie selbst. Hier gehen die Quellen auseinander. Manche lesen die KDP-Regel so, dass auch eine stark überarbeitete KI-Übersetzung weiterhin KI-generiert ist, weil der Text ursprünglich von der KI stammt. Andere halten bei umfassender menschlicher Überarbeitung die Einordnung als KI-gestützt für vertretbar.

Wir können diese Frage nicht für Sie entscheiden, und auch KDP nennt dafür nach unserem Stand keine Schwelle, etwa einen Anteil überarbeiteter Sätze. Wenn Sie unsicher sind, ist die vorsichtigere Wahl, die Angabe zu machen oder den KDP-Support schriftlich zu fragen und die Antwort zu speichern.

Drei Beispiele aus dem Alltag

Fall 1: Eine Autorin schreibt einen Roman auf Deutsch und lässt ihn von einem KI-Dienst ins Französische übersetzen, ohne etwas daran zu ändern. Nach unserem Verständnis ist die französische Ausgabe ein Titel mit KI-generierter Übersetzung, und sie macht die Angabe.

Fall 2: Ein Autor beauftragt eine Übersetzerin, die den Text von Hand überträgt und dabei ein Wörterbuch und eine Rechtschreibprüfung benutzt. Das ist eine menschliche Übersetzung, eine Angabe ist nicht nötig.

Fall 3: Ein Autor lässt die KI übersetzen und überarbeitet anschließend jeden Absatz selbst, weil er die Zielsprache gut beherrscht. Das ist der Mischfall: Die Quellen sind uneinig, KDP nennt keine feste Schwelle, und die vorsichtige Antwort ist die Angabe oder die schriftliche Rückfrage beim Support.

Warum Sorgfalt sich lohnt

Eine falsche Angabe kann gegen die Inhaltsrichtlinien von KDP verstoßen. Welche Folgen KDP dafür vorsieht, lesen Sie am besten selbst in den Richtlinien nach. Eine zu vorsichtige Angabe schadet dagegen nach unserem Verständnis nicht. Dazu kommt ein praktischer Grund: Wer eine Übersetzung per KI anfertigen lässt und das offen angibt, hat keine Erklärung nachzureichen, wenn später jemand fragt.

Librolingua liefert zu jeder Übersetzung einen Bericht darüber, welche Entscheidungen getroffen wurden und was wir Ihnen zur Prüfung empfehlen. Der Bericht hilft beim Gegenlesen, ersetzt aber nicht Ihre Entscheidung bei der KDP-Frage.

Kurzcheckliste vor der Veröffentlichung

  1. Hat ein KI-Werkzeug die Übersetzung erzeugt? Dann geben Sie sie im Bereich „Inhalt“ als KI-generiert an.
  2. Hat ein Mensch übersetzt und nur Hilfsmittel genutzt? Dann ist keine Angabe nötig.
  3. Haben Sie einen Mischfall? Lesen Sie die aktuelle KDP-Seite und fragen Sie im Zweifel den Support schriftlich.
  4. Machen Sie die Angabe für jeden Titel einzeln, auch für jede Sprache.
  5. Bewahren Sie Ihre Unterlagen auf: Ihre Entscheidung, die Antwort des Supports und den Übersetzungsbericht.

FAQ

Muss ich eine KI-Übersetzung bei KDP angeben?

Nach unserem Verständnis ja: Eine von einem KI-Werkzeug erzeugte Übersetzung gehört zu den KI-generierten Inhalten, die KDP im Bereich „Inhalt“ abfragt. Maßgeblich ist der aktuelle Wortlaut der KDP-Hilfeseite zu KI-generierten Inhalten.

Muss ich eine menschliche Übersetzung angeben?

Nein. Eine Übersetzung, die ein Mensch angefertigt hat, ist nicht KI-generiert. Hilfsmittel wie Wörterbücher oder eine Rechtschreibprüfung ändern daran nichts.

Und wenn ich eine KI-Übersetzung selbst überarbeite?

Das ist der Mischfall, bei dem die Quellen auseinandergehen. Wir können ihn nicht für Sie entscheiden. Lesen Sie die aktuelle KDP-Seite und fragen Sie im Zweifel den KDP-Support schriftlich.

Gilt die Angabe auch für mein Originalbuch?

Die Angabe bezieht sich auf den Inhalt des jeweiligen Titels. Ihr selbst geschriebenes Original bleibt Ihr Werk, die KI-Übersetzung als eigener Titel braucht ihre eigene Angabe.

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